Die Palette der angebotenen Haarwuchsmittel ist groß. Viele Mittel versprechen neue Haarpracht in kurzer Zeit, doch die wenigsten der angebotenen Mittel können diese Versprechen auch halten.

Wichtig für die Wahl und Wirkung eines Haarwuchsmittels ist es, zunächst die Ursache des Haarausfalls zu abzuklären. Dazu ist der Gang zum Hautarzt bzw. Haarspezialisten unausweichlich. Ursachen für Haarausfall können zum Beispiel hormoneller Natur, Stress, altersbedingter, diffuser oder genetisch bedingter Haarausfall sowie Mangelernährung sein.

Es gibt bisher nur drei Wirkstoffe, deren Wirksamkeit auf den Haarwuchs in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. Der genetisch bedingte Haarausfall wird durch männliche Hormone gesteuert. Haarwuchsmittel mit dem Wirkstoff Finasterid und Alfatradiol wirken der Bildung dieser Hormone entgegen, die den Haarausfall steuern. Das durchblutungsfördernde Mittel Minoxidil stoppt den Haarverlust und regt nach einigen Monaten neues Haarwachstum an. Bei Frauen wirken Finasterid und Alfatradiol nicht. Hier wirken gegen genetisch bedingten Haarausfall Antiandrogene, die in bestimmten Anti-Baby-Pillen enthalten sind. Nach den Wechseljahren hilft bei Frauen auch der Wirkstoff Cyproteronacetat.

Stress greift das Haarwachstum ebenfalls an. Studien haben belegt, dass sich durch Stress die Wachstumsphase des Haars verkürzt und sich die Haarwurzeln entzünden. Infolgedessen werden die Haare dünner und fallen aus. Bei stressbedingtem Haarausfall hilft kein Haarwuchsmittel. Hier hilft Entspannung, um die Haare vor den schädlichen Stresshormonen zu schützen.

Auch Mangelernährung bzw. Fasten lässt das Haar dünn werden und führt zu diffusem Haarausfall. Das Haar braucht für ein gesundes Wachstum ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Vitamin A (Retinol) macht den Haarschaft geschmeidig. Vitamin C (Ascorbinsäure) bewirkt, dass Eisen, ein wichtiger Haarbaustein, mit den roten Blutkörperchen zu den Haarwurzeln gelangt. Vitamin H macht das Haar stark und glänzend, Biotin sorgt für Geschmeidigkeit. Zink fördert das Haarwachstum, verhindert Entzündungen der Haarwurzel und hält die Kopfhaut gesund.

Bei Haarausfall, der auf falsche, einseitige oder Mangelernährung zurückzuführen ist, helfen Vitamin- und Mineralstoffpräparate, um das Haarwachstum anzuregen.

Bei dem vielseitigen Angebot an Haarwuchsmitteln sollte man unbedingt auf Inhaltsstoffe achten, deren Wirksamkeit bereits nachgewiesen wurde. Haarwuchsmittel mit Procyanidin steigern Haardichte und -dicke. Xylan steigert die Kollagen- und Keratinsynthese (Haare bestehen im Wesentlichen aus Keratin). Arginin regt das Wachstum der Haarzellen an und Fucoidan stimuliert den Haarwachstumsfaktor HGF. Procyanidin steigert die Haardichte und Allantoin fördert den Haarneuwuchs.

Generell gilt, dass von Haarwuchsmitteln keine Wunder zu erwarten sind. Jedoch stellt sich bei der Verwendung der Haarwuchsmittel, die die oben genannten Wirkstoffe enthalten, nach vier bis sechs Monaten eine deutliche Verbesserung des Haarwuchses ein. Haarwuchsmittel sind allerdings nur bei dauerhafter Anwendung wirksam.