Haarausfall, der erblich bedingt auftritt lässt sich nur sehr schwer vorbeugen. Diese Kahlheit wird hervorgerufen durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dabei verkümmern die Haarwurzeln nach und nach. Das DHT ist für die Entwicklung des männlichen Embryos im Mutterleib sehr wichtig. Außerdem ist es für die pubertäre Entwicklung vom Jungen zum Mann verantwortlich. Welche Funktion das DHT nach der Pubertät hat, ist wissenschaftlich noch nicht vollkommen geklärt. Es gibt daher Ansätze der Bildung des DHT nach der Pubertät mekikamentös vorzubeugen bzw. zu vermindern.

Bei einer medikamentösen Behandlung sollte immer zuvor ein Arzt konsultiert werden, der zunächst die genaue Ursache des Haarausfalls abklärt. Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die dem verminderten Haarwuchs vorbeugen sollen:

Minoxidil ist als flüssiges Präparat rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Eine Anwendung sollte undbedingt bereits im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Eigentlich handelt es sich dabei um ein Präparat, das zur Blutdrucksenkung eingesetzt wird. Die Verminderung des Haarausfalls durch die Gabe als Tinktur ist eher eine Nebenwirkung.

Alfatradiol, das als Wirkstoff gemeinsam mit myo-Inositol in verschiedenen Präparaten enthalten ist. Ein Isomer des weiblichen Sexualhormons Estradiol. Dieser Wirkstoff ist für Männer ebenso zugelassen wie für Frauen und im Allgemeinen recht gut verträglich.

Aminosäuren als Nahrungsmittelergänzung sind bisher nur im asatischen Raum und in den USA üblich. Die Wirksamkeit gegen Haarausfall lässt sich jedoch nur in einzelnen Fällen nachweisen. Über Nebenwirkungen ist nicht viel bekannt.

Die Wirksamkeit eines Medikaments lässt sich frühestens nach zwei bis drei Monaten nachweisen, da die Haarwurzeln eine gewisse Regenerationszeit benötigen und das nachgewachsene Haar die Kopfhaut durchdringen muss. Medikamente gegen Haarausfall müssen ein Leben lang angewandt werden, da die Wirkung nachlässt und die Haarwurzeln wieder degenerieren.

Im Internet gibt es außerdem zahllose Angebote von zum Teil sehr teuren Präparaten zur Behandlung von Haarausfall. Die Wirksamkeit lässt sich jedoch in den seltensten Fällen beweisen. Meist dienen sie nur dem Zweck die Kassen der Vertreiber zu füllen.

Relativ neu am Markt sind Shampoos mit Coffein-Zusätzen, die die Haarwurzeln stärken sollen. Einen Schaden werden diese Produkte zwar nicht anrichten, von einer Wirksamkeit gegen Haarausfall ist jedoch nicht auszugehen.

Verschiedene Hausmittel, wie die Anwendung von Zinkpräparaten direkt auf die Kopfhaut oder Massage-Anwendungen lassen die Verminderung des Haarausfalls klinisch nicht nachweisen. Von der Anwendung von Folsäurebehandlungen ist dagegen eher abzuraten, da eine Überdosierung mit Folsäure zu verstärktem Haarausfall führen kann.

Lediglich Haarausfall, der durch Mangelerscheinungen auftritt, wie z. B. bei Bulimie oder Magersucht, lässt sich durch einer therapeutische Ernährungsumstellung wirksam verhindern.