HaareMit unseren Haaren zeigen wir nicht nur unseren Stil und Geschmack nach Außen hin. Sie sind ebenso Spiegel für Verfassung und Gesundheit. Auch wenn wir uns meist nur wenige Gedanken darum machen: Ein komplexes Zusammenspiel von Wachstumsphasen, Hormonen usw. bestimmt das Aussehen unserer Haare.

So sind Haare aufgebaut

Haare sind sogenannte Hautanhangsgebilde. Sie bestehen genauso wie auch Hornhaut, Finger- und Zehennägel aus dem Protein Keratin. Dieses Haarprotein wird aus Aminosäuren gebildet und macht mehr als 80 % des Gesamtgewichts des Haares aus. Die restlichen Bestandteile sind Spurenelemente, Fette und Pigmente.

Der sichtbare, aus der Kopfhaut herausragende Teil der Haare, ist der Haarschaft. Er besteht aus einer langen Aufreihung verhornter Zellschichten. In der Kopfhaut verankert, befindet sich die Haarwurzel, die in einer knollenartigen Verdickung, der sogenannten Haarzwiebel, endet. Dadurch erhält das Haar Halt und außerdem werden Nährstoffe aus der Blutbahn für das Wachstum des Haares bereitgestellt. Weiterhin sorgt eine Talgdrüse für die Fettung des Haares und verleiht somit Glanz und Geschmeidigkeit. Der sogenannte Haarbalgmuskel kann das Haar aufrichten und somit z. B. für eine Gänsehaut sorgen.

An der Haaroberfläche befinden sich Schuppenzellen, die auch für die Haareigenschaften verantwortlich sind. Ihre Struktur bestimmt z. B. ob unser Haar matt und stumpf oder kräftig und leuchtend erscheint.

Die Haarfarbe wird durch Pigmentkörner in der Faserschicht bestimmt. Diese liegt unter der schuppigen Auβenschicht und besteht aus Eiweissfasern sowie Pigmentkörnern. Ganz im Inneren enthalten manche Haare den Markkanal, der auch Markschicht genannt wird. Für das äußere Erscheinungsbild des Haares hat er aber keine Bedeutung.

Haarprobleme und ihre Ursachen

Fettiges Haar entsteht durch eine Überproduktion von Talg auf der Kopfhaut. Trockenes Haar wirkt glanzlos und spröde. Die Ursache hierfür liegt im fehlenden Fettfilm. Es kann helfen einmal monatlich Babyöl ins Haar zu massieren. Auch eine niedrigere Stufe beim Fönen zu wählen, ist ratsam, da die heiβe Fönluft das Haar extrem austrocknet.

Feines oder dünnes Haar wirkt optisch unvoluminös und hat keinen Halt. Schuppen sind Folge einer gereizten Kopfhaut. Diese Überreizung kann beispielsweise durch Rückstände von Shampoo entstehen.

Strapaziertes Haar entsteht durch eine geschädigte Schuppenschicht. Ursache kann in zu häufiger chemischer Behandlung (z. B. färben) liegen. Mit Hilfe der richtigen Pflegemittel und einem sanften Umgang, können sich die Zellen aber wieder anlegen, wodurch das Haar wieder glänzend und gepflegt wirkt. Haarspliss entsteht vor allem in den Haarspitzen, da diese einer stärkeren Belastung als der Rest des Haares ausgesetzt sind. Mit regelmäßigem Schneiden kann er vermieden bzw. beseitigt werden.

Natürlicher und unnatürlicher Haarausfall

Der Verlust von 50 bis 100 Haaren täglich gilt als normal und unbedenklich. Der natürliche Rhythmus, in dem sich unsere Haare befinden, besteht aus einer Wachstums-, einer Ruhe- und einer Ausfallphase. Die Wachstumsphase des Haares beträgt ca. 1000 Tage. Während ihr ist der Stoffwechsel in der Haarwurzel am intensivsten.

Die Ruhephase folgt auf die Wachstumsphase und dauert ca. 100 Tage an. Anschließend setzt in der Haarwurzel die Bildung eines neuen Haares ein. Dieses drängt das alte Haar in Richtung Follikelöffnung bis es schließlich ausfällt. Fallen jedoch über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare täglich aus, so gilt dies als krankhafter Haarausfall. Haarausfall kann diverse Ursachen haben. Die am häufigsten vorkommenden Arten sind:

Der hormonell-erblich bedingte Haarausfall, welcher vor allem bei Männern auftritt. Zum Ausfall des Haares führt hier eine erblich bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem männlichen Hormon Testosteron. Es bestehen hierfür kaum Therapiemöglichkeiten. Bestimmte Medikamente in Form von Tinkturen oder Tabletten können den Haarausfall stoppen, aber nicht für das Nachwachsen der Haare sorgen. Hier kann nur eine Haartransplantation wieder die volle Haarpracht herstellen.

Wenn sich an mehreren Stellen des Kopfes kreisrunde, kahle Flecken bilden, spricht man vom kreisrunden Haarausfall. Seine genaue Ursache ist noch immer ungeklärt. Vermutlich steht er im Zusammenhang mit psychischen Problemen oder einer Störung des Immunsystems. In diesen seltenen Fällen setzt das Haarwachstum meist von allein wieder ein.

Vielfältige Ursachen wie Stress, Medikamenteneinnahme oder Hormonumstellungen können zum sogenannten diffusen Haarausfall führen. In diesem Fall wird das Haar auf dem gesamten Kopf weniger und der Haarausfall ist nicht auf einen bestimmten Bereich begrenzt. Genauso unterschiedlich wie seine Ursachen sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Möglicherweise liegt ein Eisenmangel vor, der durch die Nahrung wieder ausgeglichen werden kann. Auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion oder zu viel Stress können mögliche Gründe sein.

Tipps für schönes und gesundes Haar

  • sparsamer Umgang mit Shampoo, einmal shampoonieren reicht
  • spülen Sie Ihr Haar gründlich aus, um Rückstände von Pflegemitteln zu vermeiden, diese reizen sonst die Kopfhaut
  • wählen Sie Ihr Shampoo Ihrem Haartyp entsprechend aus
  • vermeiden Sie Ihr Haar zu heiβ zu fönen, lassen Sie es lieber an der Luft trocknen
  • oder wählen Sie eine niedrige Fönstufe
  • zum Ausspülen des Haares sollten Sie kein zu heiβes Wasser verwenden, das beschädigt und strapaziert die Haarstruktur
  • kämmen hilft, um vor dem Waschen Rückstände von Haarspray zu entfernen